Artist Residence in der Kunsthalle Below

Foto von Ute-Anna Hopp-Noller

Vom 27. Juli bis 3. August war ich in der Kunsthalle Below, um an meinem Roman weiterzuschreiben. Es war bereits mein dritter Aufenthalt an diesem besonderen Ort – und wieder hat er mich überrascht, geöffnet, bewegt.

Die Kunsthalle Below ist kein klassisches Künstlerhaus. Sie ist ein stiller, freier Ort auf dem Land, mitten in Mecklenburg – ein Raum für Kunst, Austausch oder Kunstpausen. In einem ehemaligen Stall, umgeben von Pferdewiesen, kommt man sich selbst näher. Es gibt dort weder funktionierendes Internet noch eine warme Dusche. Mir gefällt das sehr. Alles Überflüssige fällt ab.

Gemeinsam mit Künstlerinnen aus den Bereichen Grafik, Fotografie, Malerei und Literatur entstand ein intensiver Austausch. Unterschiedliche Perspektiven trafen aufeinander – und gerade das machte es für mich so bereichernd. Ich konnte viele Ideen weiterentwickeln, mein Roman nahm plötzlich eine völlig neue Wendung. Diese Woche hat den Text wieder in Bewegung gebracht.

Und dann war da noch all das andere, was nicht geplant war – aber genauso wichtig wurde:
Ich habe eine Höhle gebaut.
Ich habe mit geschlossenen Augen gemalt.
Ich habe im Kornfeld geweint.
Ich bin jeden Tag im See geschwommen – bei Sonne und bei Regen.

Ich wäre gerne noch länger geblieben, um weiterzumachen. Aber das Schreiben lässt sich mit Familie nur bedingt vereinbaren. Drum empfinde ich auch nicht nur das Schreiben selbst als Herausforderung, sondern das Wiederanknüpfen, das Dranbleiben – trotz all dessen, was man sonst noch liebt und was Zeit und Zuwendung bekommen möchte.


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